Drei Funktionen mit unterschiedlichen Zielen

Eine versehentlich gelöschte Projektablage, überschriebenes Angebot oder kompromittiertes Konto kann die Arbeit unterbrechen. Für ein Schutzkonzept lohnt es sich deshalb, drei Fragen einzeln zu beantworten: Bleibt der Dienst erreichbar? Werden benötigte Inhalte aufbewahrt? Können Sie einen nutzbaren Datenstand wiederherstellen?

Microsoft beschreibt seine Kopien für die Wiederherstellung nach einem Rechenzentrumsausfall als Schutz des aktuellen Zustands. Ein Backup ermöglicht zusätzlich den Rückweg zu einem früheren gesunden Datenstand. Diese Unterscheidung erklärt die offizielle FAQ zu Microsoft 365 Backup. Ausfallsicherheit allein beantwortet damit die Frage nach einer alten, inzwischen veränderten Datei noch nicht.

Beginnen Sie mit den tatsächlichen Arbeitsabläufen Ihres Unternehmens. Welche Postfächer, Dokumentbibliotheken und persönlichen Ablagen enthalten Informationen, die sich nach einem Verlust nur schwer neu erstellen lassen?

Aufbewahrung steuert den Lebenszyklus

Aufbewahrungsrichtlinien und Aufbewahrungsbezeichnungen in Microsoft Purview legen fest, wie lange Inhalte erhalten bleiben oder wann sie gelöscht werden. Richtlinien können ganze Ablagen oder Postfächer erfassen; Bezeichnungen können auf einzelne Dokumente oder E-Mails angewendet werden. Bei passenden Aufbewahrungseinstellungen bleiben auch Kopien bearbeiteter oder gelöschter Inhalte erhalten. Die Einzelheiten beschreibt Microsofts Dokumentation zur Aufbewahrung.

Für die Entscheidung im Unternehmen sollten Sie Aufbewahrungsbedarf und Wiederanlauf getrennt dokumentieren. Dass ein Inhalt erhalten bleibt, sagt noch nicht, wie schnell eine ganze Abteilung wieder damit arbeitet. Halten Sie außerdem fest, wer die Regeln ändern darf und wie Änderungen geprüft werden. Eine technische Einstellung ersetzt keine fachliche Entscheidung über den gewünschten Lebenszyklus Ihrer Informationen.

Backup muss zu Ihrem Wiederherstellungsfall passen

Microsoft bietet mit Microsoft 365 Backup selbst eine Sicherungslösung für OneDrive, SharePoint und Exchange Online an. Eine Aussage, Microsoft stelle grundsätzlich kein Backup bereit, wäre daher falsch. Die Produktübersicht nennt die unterstützten Bereiche und Wiederherstellungsoptionen. Daneben können Lösungen anderer Anbieter relevant sein.

Vergleichen Sie konkrete Anforderungen: Welche Inhalte werden erfasst? Können einzelne Elemente oder nur größere Bereiche zurückgesetzt werden? Welche Datenstände stehen zur Verfügung? Wer darf eine Wiederherstellung starten? Wo liegen die Sicherungen und welche Abhängigkeiten bleiben bestehen?

Prüfen Sie insbesondere pauschale Aussagen wie „Teams ist gesichert“. Lassen Sie sich schriftlich erklären, welche Dateien, Nachrichten, Einstellungen und weiteren Bestandteile damit gemeint sind. Übertragen Sie Produktangaben jeweils auf die Dienste, die Ihr Unternehmen wirklich nutzt.

Ein Wiederherstellungsfall macht Lücken sichtbar

Hypothetisches Beispiel: Ein Planungsbüro bemerkt am Dienstag, dass mehrere Projektdateien seit Freitag fehlerhaft verändert wurden. Einige Beschäftigte haben am Montag bereits neue, korrekte Informationen ergänzt. Das Ziel lautet nun: beschädigte Inhalte zurückholen und brauchbare neue Arbeit erhalten.

Dafür sollte das Unternehmen vorab wissen, ob einzelne Dateien wiederherstellbar sind und ob ein Zurücksetzen weitere Änderungen überschreibt. Auch die Rechte an der Projektablage gehören in den Test. Eine erfolgreiche technische Rücksicherung ist erst dann hilfreich, wenn die vorgesehenen Personen wieder auf die richtigen Informationen zugreifen können.

Der Fall zeigt außerdem, warum die Dauer bis zur Entdeckung zählt. Prüfen Sie im Gespräch nicht ausschließlich die jüngste Sicherung. Lassen Sie sich auch einen älteren Wiederherstellungspunkt und den Umgang mit ausgeschiedenen Beschäftigten zeigen.

Fünf Fragen für Ihre Bestandsaufnahme

  1. Welche Daten und Dienste sind für den laufenden Betrieb unverzichtbar?
  2. Welche Aufbewahrungsregeln, Versionen und Sicherungen sind tatsächlich eingerichtet?
  3. Welchen Datenverlust und welche Unterbrechung akzeptiert die jeweilige Abteilung?
  4. Wie werden Sicherungsfehler bemerkt und wer reagiert darauf?
  5. Wann wurde der benötigte Wiederherstellungsfall zuletzt erfolgreich geprüft?

Dokumentieren Sie die Antworten gemeinsam mit der zuständigen Fachabteilung. Daraus entsteht eine belastbare Anforderungsliste für die Auswahl oder Anpassung Ihrer Lösung. DTNK beschreibt die passenden Arbeitsfelder unter Microsoft 365 und Cloud sowie Backup und Wiederherstellung. Ein sinnvoller nächster Schritt ist, vorhandene Einstellungen und ein konkretes Wiederherstellungsziel gemeinsam durchzugehen.

Quellen & weiterführende Dokumentation

Den nächsten Schritt besprechen

DTNK hilft Ihnen, diese Fragen auf Ihre tatsächliche IT-Umgebung zu übertragen.